
Veraltet, zu wenige echte Informationen und mit rosaroter Brille erstrellt - Mit dem dicken Wälzer von Michael Müller (sonst immer ein gutes Reisebuch) sind wir nach Portugal gereist. Doch die Inhalte waren oftmals schlichtweg falsch. Was macht ein beschriebenes kleines Fischerdörfchen so idyllisch? Sicherlich nicht die dann dort vorgefundenen Industrieanlagen und die Betonklötzer die es in diesem Ort gibt. Solche Tipps findet man in diesem Buch zu oft. Man wird fehl geleitet, weil die Inhalte schlicht nicht mit der Realitität überein stimmen. Da sind Orte in rosarot beschrieben, die dann doch nur ein herausragendes Haus besitzen, eine Stadt, die an Amsterdam erinnern soll und dabei nur einen kurzen Kanal mit drei bunten Booten besitzt. Die Hotel- und Restaurantempfehlungen sind zu wenig und leiten durch die Beschreibungen auf falsche Pfade.Ich kann dieses Buch wirklich nicht zum Reisen vor Ort empfehlen.
Informativ und witzig! - Als Ergänzung zum ADAC-Reiseführer haben wir diesen Wälzer zum Vor- und Nachlesen in unserem Ferienhaus während unserer eben beendeten Portugalreise im Bereich Lissabon bis Lamego mitgenommen. Damals nicht preiswert (22,90 €), aber sein Geld auf jeden Fall wert! Übersichtlich, mit einer Fülle an (in jede Richtung vertieften) Informationen, Stadtplänen, Tipps usw. lässt er sich darüberhinaus mit Genuss und großem Vergnügen lesen, da der Autor witzig und locker schreibt. Beim ersten Blättern wirkt er aufgrund der überwiegend schwarz/weißen Fotos etwas antiquiert, dieser Eindruck täuscht! Trotz eifrigen Benutzens zeigt er keine Gebrauchsspuren, was mir ebenfalls sehr wichtig ist. Ich bin begeistert!
Nicht mehr aktuell - Gott sei Dank hatten wir noch einen anderen Reiseführer mit, in diesem waren doch viele Informationen nicht mehr auf dem neuesten Stand (z.B. zu Öffnungszeiten, Angaben zur Einwohnerzahl [ist zwar nicht wirklich wichtig, solche teils erheblich falschen Angaben wecken aber nicht das Vertrauen in solch ein Buch]). Außerdem fanden wir die ein oder andere persönliche Einschätzung des Autors - sei es z.B. zu Restaurants oder zu den Sehenswürdigkeiten - nicht so unbedingt passend. Ein paar Fotos mehr täten dem Reiseführer ganz gut. Schwierigkeiten gab es auch mit den abgedruckten Stadtplänen, aber, wie gesagt, wir hatten ja noch den anderen Reiseführer. Wirklich gut sind in dem Buch die anfänglichen Beschreibungen zu Land und Leuten, zur Geschichte und zu den Besonderheiten, mit denen man als Tourist vertraut sein sollte.
Mehr als nur ein Reiseführer - Dass die Reiseführer aus dem Michael-Müller-Verlag nicht gerade zu den schlechtesten zählen, weiß jeder, der gerne reist.Dieser Portugal-Reiseführer ist eigentlich mehr - er ist, um einen veralteten Ausdruck zu verwenden, ein Vademecum, ein Wegbegleiter.Der Schreiber dieser Zeilen hat den Reiseführer bei einer vierzehntägigen Reise (mit dem Leihauto) quer durch Portugal auf Herz und Nieren geprüft - und man war immer wieder überrascht, wie viele Informationen dieses Werk bietet. Man kann sich praktisch auf alles verlassen - ob es nun um die Hotelempfehlungen, die Vorschläge fürs Essen oder die Geschichte des Landes geht. Das Buch ließ uns wirklich nie im Stich!Man merkt, dass der Chef des Verlags, der diesen Reiseführer verfasst hat, Portugal liebt - was man nun auch von meiner Frau und mir behaupten kann.
Das Reisen ist des Müllers Lust - Ein Reiseband vom Meister Müller selbst.Vor der Einzelbeschreibung der Regionen und Städte steht eine ausführliche und gut gegliederte Einleitung, in welcher zunächst die Landschaften mit kräftigen Strichen dargestellt werden. Alsdann folgen allgemeine Hinweise und Ratschläge zu Verkehr, Übernachtungsmöglichkeiten, den lokalen und regionalen Speisen, in locker plauderndem Ton gehalten, wobei gleich wesentliche Vokabeln und Wendungen eingebettet sind. Im Kapitel Wissenwertes von A bis Zwerden wertvolle Tips gegeben, von Adressen (...an portugiesischen Haustüren stehen so gut wie nie Namensschilder. . .) über Mentalität (Stichwort Saudade, die freundliche Melancholie) und einen kleinen Verhaltensknigge bis zu den bedeutenden Zeitungen. Der Geschichte der einst bedeutendsten Seefahrernation wird relativ ausführlich nachgegangen, insbesondere der des 20.Jahrhunderts : Ende der Monarchie, faschistische Diktatur, Nelkenrevolution, kommunistischer Rat. . .Eine Beschreibung der wirtschaftlichen Grundlagen, naturgemäß etwas trockener Stoff, doch mit interessanten Hintergrundinformationen (Beispiel Korkeichen) runden den allgemeinen Teil ab.Die Regionen werden vom Norden zum Süden hin durchschritten, vom grünen Minho bis zur Westalgarve. Nach bewährtem Muster werden die Infos , insbesondere zu Übernachtungen und Essen durch Leserzuschriften ständig aktualisiert, wodurch man an Details selbst zu abgelegenen Stellen kommt. Gibt es einmal nichts Empfehlenswertes, so wird auch das nicht verschwiegen.Die Tips sind wirklich sehr hilfreich und z. T. detailliert- keine Sorge, selbst entdecken läßt sich noch genug (von der polyglotten Kellnerin in der Faroer Tasca Taska , die uns auf deutsch bediente und mit einem benachbarten Pärchen japanisch parlierte, auf Anfrage aber auch Russisch beherrschte, steht noch nichts drin) .Interessante Anekdoten sind in grauen Kästen abgesetzt. Die Schwarzweißphotographien vermitteln genügend Atmosphäre, die wenigen Farbbilder sind auf Zwischenseiten eingeheftet.Einziges Manko: einige Stadtpläne könnten etwas genauer sein und, aufgrund des meist unebenen Geländes, Hinweise auf Steigungen, Gefälle und Treppen geben.Zum Schluß ist ein kleiner Sprachführer über 11 Seiten mit den wichtigsten Redewendungen angefügt.Fazit: ein rundum guter Reiseführer für Individualtouristen.